Predigreihe mit Texten aus der Apostelgeschichte

Apostelgeschichte 16, 1-22

Seine 2. Missionsreise startet Paulus in Begleitung von Timotheus und Silas nach Kleinasien, aber dort verwehrt der Heilige Geist ihnen die Verkündigung der frohen Botschaft ebenso wie die geplante Weiterreise nach Norden, sodass sie schließlich in der Hafenstadt Troas landen. Nichts läuft wie geplant! Wie kann so etwas sein?

Paulus und seine Mitstreiter waren schließlich nicht zum Spaß unterwegs. Was kann daran verkehrt sein, das Evangelium zu verkünden? Aber die Geschichte geht ja noch weiter. In Troas hat Paulus einen Traum: Ein Mann aus Mazedonien (Griechenland) erscheint ihm mit der Bitte: „Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns!“

Sie machen sich auf die Reise nach Philippi und dort entsteht, angefangen mit der Purpurhändlerin Lydia und ihrer Familie, die erste christliche Gemeinde in Europa. Alles hatte also seinen Sinn, alles ging nach Gottes Plan.

Und wie reagiere ich, wenn meine Pläne und Vorhaben durchkreuzt werden, wenn ich „vor die Wand laufe“, gerade auch dann, wenn ich für unseren Herrn unterwegs bin? Enttäuscht, beleidigt, resigniert? Den beleidigten Rückzug jedenfalls gab es bei Paulus nicht. Und nur so macht er die Erfahrung, dass das Zurückliegende kein planloses Umherirren war, sondern Führung. Wieviel Vertrauen muss er gehabt haben, um sich darauf einzulassen!

Ich frage mich, ob ich so bereit für „mein persönliches Mazedonien“ bin, zu hören und zu folgen im Vertrauen darauf, dass ER den Weg weiß.

Gegenwärtig lehrt „Corona“ uns, dass wir letztendlich nicht selbstbestimmt leben können, dass Wege versperrt sind, Pläne durchkreuzt werden, die Zukunft unverfügbar ist. Und in der Erfahrung meiner Begrenztheit wird mir auch wieder bewusst, dass alles Gute Gottes Gnade und Geschenk ist. Deshalb versuche ich mich in Demut zu üben, und in Dankbarkeit und Gelassenheit, gespeist aus dem Vertrauen, dass Gott einen Weg für mich hat.

Ingrid Schultz