Indien – kein sicheres Land für Christen

Einer von 8 Christen auf der Welt kann seine Religion nicht ungehindert praktizieren, sondern wird auf unterschiedlichste Weise daran gehindert, vor allem in Ländern, die stark atheistisch geprägt sind wie China und Nordkorea oder in denen der Islam Hauptreligion ist. Hilfe für diese verfolgten Christen ist das Ziel des internationalen Hilfswerks „Open Doors“. Open Doors folgt einem weiten Verständnis des Begriffs „Christenverfolgung“. Danach herrscht Verfolgung nicht nur, wenn der Staat Einzelne oder ganze Gruppen von Christen wegen ihres Glaubens einsperrt, verletzt, foltert oder tötet, wie es in vielen Ländern Realität ist. Verfolgung herrscht auch dann, wenn Christen aufgrund ihres Glaubens beispielsweise ihre Arbeit oder ihre Lebensgrundlage verlieren, wenn Kinder aufgrund ihres Glaubens oder des Glaubens ihrer Eltern keine oder nur eine schlechte Schulbildung bekommen oder Christen aufgrund ihres Glaubens aus ihren angestammten Wohngebieten vertrieben werden. Ebenso verhält es sich, wenn es Christen nicht erlaubt ist, Kirchen zu bauen oder sich auch nur privat zu versammeln, wenn die Registrierung einer christlichen Gemeinde oder Organisation nur unter schikanösen Bedingungen oder auch gar nicht möglich ist. Auch wenn es Andersgläubigen gesetzlich oder zumindest gesellschaftlich nicht erlaubt ist, zum Christentum zu konvertieren und sich zum christlichen Glauben zu bekennen – wenn Gläubige also mit Konsequenzen für Familie, Besitz, Leib und Leben rechnen müssen – spricht Open Doors von Christenverfolgung.

Am kommenden Sonntag (27.6.) wird Open-Doors-Referent Memo Bender in der Freien evangelischen Gemeinde Kierspe zu Gast sein, um im Rahmen des Gottesdienstes noch mehr über die Arbeit seiner Organisation zu berichten. Schwerpunkt seines Berichts ist Indien. Hunderttausende Menschen kommen dort in letzter Zeit zum Glauben an Jesus. Mit der Anzahl der Christen wächst auch die Verfolgung: Sie werden gesellschaftlich ausgegrenzt, beschimpft, verleumdet, benachteiligt, körperlich angegriffen und manche sogar getötet. Die hindu-nationalistische Regierung von Premierminister Narendra Modi lässt die immer aggressiver auftretenden Extremisten gewähren und stärkt sie mit Anti-Bekehrungsgesetzen sogar. Von Platz 31 auf Platz 10 in nur sieben Jahren – mit einer beängstigenden Geschwindigkeit ist Indien in den vergangenen Jahren auf dem Weltverfolgungsindex nach oben geklettert. Etwa 66 Millionen Christen gibt es auf dem Subkontinent – bei mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern sind sie aber nur eine kleine Minderheit (Stand 2019).

Open Doors hält es für sinnvoll, dass die Unterstützung von bedrängten Christen und Gemeinden an ihren Bedürfnissen orientiert ist. Deshalb arbeiten sie eng mit einheimischen Mitarbeitern, Kirchen oder Organisationen vor Ort zusammen – denn sie wissen am besten, welche Hilfe dringend nötig ist. Sie teilt sich auf in fünf Dienstbereiche: die Verteilung von Bibeln und anderer Literatur, Nothilfe (z.B. Mikrokredite und Schulungen zur Existenzgründung), Mitarbeiterschulungen, Öffentlichkeitsarbeit (das stetige Hinweisen auf die Situation verfolgter Christen) sowie Beistand und Ermutigung der Betroffenen durch Besuche, Briefe und die Organisation von Fürbitte-Gebeten.

Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr und findet unter Corona-Bedingungen statt: dazu gehört Maskenpflicht, Handhygiene, Abstand halten und die Erfassung der Teilnehmer mit Namen und Telefonnummer zur eventuellen Nachverfolgung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich; alle Besucher sind herzlich willkommen.